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Freitag, 13. März 2009

work on progress...

Heute war einer dieser Tage, von denen ich nicht genau weiss, was ich von Ihnen halten soll. Eigentlich hätte ich den ganzen Tag an meiner Hausarbeit arbeiten sollen,
um noch bis Sonntag mit der zweiten Hausarbeit fertig zu werden. Anstattdessen habe ich den ganzen Tag mit "Recherchen" für gD Beta zugebracht. Ich habe mich mit den neusten Ideen zur Website Finanzierung (amazon.com bietet da wirklich grossartige Sachen, wieso sind die deutschen Firmen da so hinterher?)und Micropayment beschäftigt, mit Community-Möglichkeiten (Sixgroups.com mit Facebook-Schnittstelle wäre wohl ein ideales Konzept für eine Echtzeitcommunity // auch wenn dann immer noch ein gutes Forum fehlen würde). Darüber hinaus habe ich mit Audiobooks, Audiobooks-Partnernetzen und so weiter beschäftigt. Den Abend und die Nacht über habe ich TED Vorträge geschaut,um einen speziellen Vortrag wieder zu finden. Dabei habe ich nat. super viele neue Sachen entdeckt. Nach vier Stunden - mind fucking - habe ich dann tatsächlich den Vortrag gefunden, den ich gesucht habe. Ein Vortrag von Marvin Minsky über den menschlichen Geist. Die Hauptthese des Vortrags ist wohl, dass Emotionen ein spezieller Algorithmus, eine spezielle rationale! Technik des Gehirns ist, um effizienter mit gewissen Situationen umgehen zu können. Der MITler Minsky meint, dass es wohl einer der größten Fehler der Geschichte der Philosophie war, Rationalität und Emotion getrennt zu denken, weil dies die klugsten Köpfe für Jahrtausende auf die falsche Fährte gelenkt hat....

Also: war der Tag jetzt sinnvoll genutzt? I still don't know.

Samstag, 7. März 2009

Aufmerksamkeit!

Hallo liebe GetDocued-Freunde,

bei uns tut sich im Moment sehr viel und wir arbeiten unter Hochdruck
an einer neuen Version für GetDocued. Wenn alles gut läuft, dann gibt's
schon Mitte April unsere Beta. (Ja, ich weiss, Betas sind uncool, aber
wir wollen trotzdem eine :)

Bis dahin werde ich mich sicher nochmal melden. Ich habe auch schon viele
neue Videos bereit, komme aber im Moment nicht dazu sie mal einzufügen.


Als kleines Bonbon bis zum nächsten Eintrag auf GetDocued:


Das Video fällt für mich wieder unter die Kategorie: Kreatives Werben

Sonntag, 25. Januar 2009

Isn't Africa a bloody slut?

Letztens saß ich beim Friseur. Schon ein bisschen müde, sah ich der hübschen kleinen Frisörin zu wie sie meine Haare zu etwas formte, dass Ihres Erachtens "cool" war. Zur coolen Atmosphäre dieses "hippen" Frisör-Schuppens gehört es auch, dass jede der "Stylistinnen" ihre Spiegel mit allerhand Bildern und Postkarten ausschmückt. Eine der Karten fand ich besonders faszinierend. Zwischen vielen vom Hunger entstellten Jugendlichen posierte ein Modell. Die Überschrift der Karte war: "Is it the anorexic appeal or why does Africa always gets fucked?"

Garfield würde dazu wohl sagen: Reversed Psychology. Ich suche noch nach dem geeigneten Wort, das diesen Sachverhalt bezeichnet. Ein ähnliches Beispiel liefert aber auch folgendes Video, auch hier wird Reversed Psychology wirkungsvoll eingesetzt.



---> Ach ja, ich werde in letzter Zeit von verschiedener Seite gefragt, ob wir Fortschritte machen? Die Antwort ist "ja". Ich habe mich entschlossen noch einmal das Konzept zu überarbeiten mit Grafiken und allem und mit dem 100% fertigen Entwurf dann Programmierer angeln zu gehen :) Falls jmd. widererwarten Lust hat, sich mit einzubringen "hurry!!!". Sonst bleibt nichts mehr zu tun für dich :)

Donnerstag, 18. Dezember 2008

I know how it feels...

Wenn die Wirtschaft stagniert schreien alle. Warum eigentlich? Null Prozent
Wirtschaftswachstum im Jahr heißt doch nur, dass die Wirtschaft immer noch genauso viel produziert wie im letzten Jahr. Nicht weniger und auch nicht mehr. Aber im letzten Jahr wars doch auch schon gut. Wieso also unzufrieden sein mit einem Nachschlag des Gleichen?!

Ich habe das lange nicht ganz nachvollziehen koennen. Aber jetzt mit GetDocued geht es mir ähnlich: die Zugriffszahlen sind einigermaßen stabil, aber es geht nicht weiter. Der Status Quo von vor drei Monaten reicht nicht mehr. Dass worüber man sich noch vor allzu kurzer Zeit gefreut hat, hängt nun schwer wie Blei an den Füßen.

Zeit also für einen neuen Aufbruch also. Was hindert uns daran? Mangelnde Programmierkraft. Für das nächste Jahr also, hier schon mal ein guter Vorsatz: Ich will dafür sorgen, dass unser Design implementiert wird.... und wenn es das letzte ist, was ich tue :)

So long,
jn

Samstag, 15. November 2008

Der Kongo - ein nicht enden wollender Alptraum

Auch nach den Wahlen 2007 hat sich die Lage im Kongo nicht verbessert - einen
schockierenden Bereicht darüber findet ihr hier

Morgen werde ich diese uns hoffentlich noch zwei andere Dokus über den Kongo
in die Docubase aufnehmen.

Auf unserem befreundeten Blog The Human Rights Revolution Plattform findet hier
zur derzeitigen Lage des Kongos einen ausführlichen Bericht.

Falls ihr an diesem Samstag Abend noch etwas vorhabt schaut euch den Bericht besser an einem anderen Tag an...

Montag, 10. November 2008

Wrummmmmm - es geht wieder los

Hey liebes GetDocued-Publikum,

es geht wieder los. In den nächsten Wochen gibt's wieder mehr Dokus und Vorträge - versprochen :)
Habe einiges auf Lager, freue mich schon drauf wieder mehr Zeit mit gD zu verbringen, die letzten Monate waren sehr stressig, jetzt läuft mein Leben wieder etwas mehr in klaren Bahnen, sodass ich wieder mehr Zeit habe Dokus zu rezensieren!

all the best,
jn

Freitag, 24. Oktober 2008

Kommentarfunktion eingerichtet!

Eine kurze Notiz. Habe gerade - auf Anraten von rK - mal geschaut, ob man die
Kommentarfunktion im Blog so umstellen kann, dass jeder auch anonym kommentieren kann.
Und: Es geht!

Mal sehen ob Ihr die Funktion jetzt auch nutzt ^^

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Dokus zum Mitnehmen

Hey Liebes Getdocued-Volk,

... vielleicht sollte ich euch besser anders ansprechen, aber nun gut, darüber kann ich mir bis zum nächsten Mal Gedanken machen.

An diesem späten Mittwoch-Abend will ich nur kurz darauf aufmerksam machen, dass die neuste Version des Realplayers erlaubt, Flash-Videos aufzunehmen. Das heisst mit dem Realplayer 11 könnt ihr praktisch - wie früher mit dem Videogerät - alle Videos, die ihr im Netz seht aufnehmen.

Wie die rechtliche Lage dazu ist, weiß ich nicht genau und es ist wohl auch stark abhängig davon, ob ihr euch in der Schweiz, Österreich oder Deutschland befindet.
Aber zumindest die Video-Privatkopie von Fernsehsendungen zum persönlichen Gebrauch war doch immer erlaubt oder?!

Dienstag, 14. Oktober 2008

I did it McCain's way!

Hey Leute,

die Bankenkrise hat mich unvorbereitet getroffen, so dass ich erst einmal zwei-drei Wochen abtauchen musste, um tiefgründige Studien zu diesem Thema zu lesen und zu verfassen ^^
Filme wie Zeitgeist (auch in der Docubase) haben sicherlich gerade Auftrieb... diese bösen Strippenzieher haben mal wieder ganz heftig an den Leinen ihrer Puppen im Weißen Haus gezogen...

Ich habe dazu wie immer meine ganz eigene Meinung, die da wäre: Wir befinden uns in der Postmoderne und niemand versteht mehr so richtig, was geht. Selbst die bestbezahltesten Manager, mit der besten Ausbildung ever haben es nicht geschnallt und ihre Banken an die Wand gefahren. Nicht mal die Experten steigen noch durch die enorme Menge extrem komplizierter finance-tools.

Alle Verschwörungsfans und - Kritikern rate ich übrigens folgende Southparkfolge an: Mystery of the Urinal Deuce.

Ansonsten kann ich folgenden Podcast der Körperstiftung mit dem indischen Nobelpreisanwärter Jagdish Bhagwati zur Fianzkrise empfehlen (wohl vor allem weil er meiner These folgt, es ist einfach alles viel zu kompliziert) ^^

Sonntag, 5. Oktober 2008

- ouch -

In den letzten Tagen bin ich dabei meine Hausarbeit endlich unter Dach und Fach zu bekommen und bin deswegen nicht dazu gekommen viel für GetDocued zu tun.
Aber ganz haengen lassen, kann ich euch natürlich auch nicht.

Also habe ich hier einen super Vortrag vom Cato-Institute fuer euch:
Electing to Fight: Why Emerging Democracies Go to War

Schade, dass das den Amis erst nach dem Irak-Krieg klar geworden ist ...

Freitag, 3. Oktober 2008

Spenden, aber wo?

Ich habe gestern Abend noch auf helpedia.org einen interessanten Google-Talk entdeckt, den ich mit euch teilen möchte. Die Sprecher sind die Jungs von GiveWell, einer Initiative, deren Hauptziel es ist die Effiktivität von NGOs bzw. deren Initiativen zu untersuchen.

Letztlich geht's um die Frage wo man mit seiner Spende am meisten Gutes bewirken kann. Mit ihrem Projekt will GiveWell NGOs auch dazu bewegen ihre Daten und Erfolge klarer offen zu legen und zu dokumentieren.
Aber seht und hört selbst ^^

Sonntag, 28. September 2008

Fundstück: Wissenskommunikation

Fuer alle, die sich für Wissenschaft interessieren, sicherlich interessant:

Who is your top thinker on GetDocued?

Samstag, 27. September 2008

Donnerstag, 25. September 2008

Got Docued!




Heute habe ich eine Amazon-Ladung erhalten und mir dabei gedacht, wenigstens beeinflusst GetDocued einen: Nämlich mich selbst :)

Mahbubani, Leonard und ich ^^

p.s. ich sehe so müde aus, weil ich zurzeit 15 Überstunden pro Woche mache und nebenbei noch Hausarbeit machen muss ^^

Sonntag, 14. September 2008

Taking sustainability to the next level

Ein paar interessante Ideen zu den Problemen unserer Zeit:

Dienstag, 9. September 2008

Kurzes Update

Hey,

es ist ein bisschen still auf diesem Blog geworden, also werde ich mal ein kurzes Update geben.
Unser neues Design nähert sich zurzeit in großen Schritten der Vollendung. Wenn alles perfekt funktioniert, gibts also vielleicht schon Mitte Oktober Getdocued (Beta?!) oder wie man es auch immer nennen soll ^^

Wenn's jetzt schon mal interessiert wie das neue Design aussehen wird, kann sich es in unserer GetDocued Community anschauen.

Als kleines Schmankerl für den Abend noch ein sehr witziges Video mit dem Namen: Warlord. A 10 year old boy declares war on the world.



Was haltet ihr davon?
Der alte Traum von Rousseau?

all the best, jn

Donnerstag, 7. August 2008

Olympia 3 - im Deutschen Haus des DOSB

Ursprünglich wollte ich über verschiedene Uniformen in China schreiben, mit besonderem Augenmerk auf die unzähligen neuen „Uniformierten“ – die freiwilligen Helfer. Allerdings bin ich die letzten Tage nicht von meinem Arbeitsort weggekommen, sodass ich mich kurzerhand entschieden habe, euch vom „Deutsche Haus“ zu berichten.

Was ist das eigentlich? Das „Deutsche Haus“ wird vom DOSB eingerichtet und dient als Anlaufpunkt für Sportler, Funktionäre, Journalisten und Sponsoren. Eingerichtet wurde es im Garten, neben dem ZDF Außenstudio, sowie im Erdgeschoss des Kempinski Hotels, eine Etage unter dem ARD Innenstudio.

Um es mal von oben herunterzubrechen – das Deutsche Haus besteht aus einem Innenbereich (mit Eingangslobby, Athletenlounge, Buffet und Disco) und einem Außenbereich (Bühne, Großteil der Sitzmöglichkeiten, Buffet, Bier- und Cocktailbar), die alle mit Licht beleuchtet, mit Sound beschallt und mit riesigen Plasma-Fernsehern bestrahlt werden. Dafür ist der Technische Leiter verantwortlich, dem ich als Projektassistent zugeordnet bin. Im Wesentlichen laufen meine Aufgaben darauf hinaus, unsere chinesischen „helping hands“ anzuleiten: Cases hin- und herschieben, Kabel ziehen, Lampen an Traversen installieren, Boxen im Gelände verteilen usw. Es ist sicherlich kein typischer Dolmetscherjob, für den ich eigentlich angedacht war. Aber es ist natürlich auch kein typisches Umfeld: es ist the place to be aus deutscher Sicht in diesen Tagen.

Bewusst wurde ich mir dessen erst, als die erste Pressekonferenz des DOSB in der ersten Etage abgehalten und der Fahnenträger geheimnisvoll angekündigt wurde. Während ich das Ganze auf einem der unzähligen Plasmabildschirme im Großformat live verfolgte, war ich von einer auf die nächste Sekunde wie im falschen Film – Dirk Nowitzki hier auf der PK?? Eine der deutschen Ausnahmesporterscheinungen nur eine Etage über mir? Das musste ich mir natürlich genauer anschauen. Denn was ich an Dirk Nowitzki so sehr schätze, ist die Ruhe, Gelassenheit und Bodenständigkeit, die er ausstrahlt. Er könnte mit Starallüren soviel mehr Aufmerksamkeit auf seine Leistungen ziehen und dadurch mehr ins Bewusstsein vieler Deutscher rücken. Aber nein – stattdessen zahlt er aus eigener Tasche einen Teil der Versicherung, die die Mavs vom DBB für Nowitzkis Spielfreigabe verlangen und verliert kein Wort darüber. Menschen wie Nowitzki werden ihrer Vorbildfunktion vollkommen gerecht. Daher denke ich, ihm zum Fahnenträger zu ernennen, ist eine sehr gute Entscheidung.

Am gestrigen Abend war dann die Eröffnung des „Deutschen Hauses“. Reinkommt nur, wer mit Foto und Fingerabdruck akkreditiert ist. Dementsprechend war ich schon etwas verwundert, plötzlich Herrn Prof. Digel, Dekan der Sportwissenschaften in Tübingen, dort anzutreffen.

Nachdem ich meine chinesischen Helfer zum Abschluss noch zum Abendessen eingeladen hatte und wieder zum Kempinski zurückgekehrt bin, war die Party bereits voll im Gange. Während Waldemar Hartmann im ARD „Peking 2008“ T-Shirt sich mit den ZDF Kollegen bei einem Bier unterhielt, stand am Nachbartisch Franziska van Almsick und schaute dem bunten Treiben zu. Dem Kapitän der deutschen Basketball-Nationalmannschaft, Patrick Femerling, konnte ich bei einem Bier meine Telefonnr. geben, um mich als Tourguide anzubieten. Mal sehen, ob da was kommt. Und zu guter letzt war auch noch unser Herr Altbundeskanzler Gerhard Schröder vor Ort (übrigens gemeinsam mit Mirko Slomka, Ex-Trainer von Schalke, die von Gazprom gesponsert werden), worauf dieses Foto entstanden ist.

Bei chilliger Musik und süßen Cocktails hat die Partygemeinschaft den Ausklang des Abends zelebriert und wenn sie nicht gestorben sind, dann zelebrieren sie noch heute. In diesem Sinne bis zum nächsten Mal.

phil



(Foto 1: Blick über den Garten des Kempinski - vorne das Deutsche Haus, hinten das ZDF Außenstudio)

(Foto 2: Eingangsbereich Deutsches Haus einen Tag vor der Eröffnung)

(Foto 3: Dirk Nowitzki bei der PK zum Fahnenträger)

(Foto 4: Smalltalk mit Herrn Schröder)

Samstag, 2. August 2008

Olympia 2- GRÜNE Spiele

Die Organisatoren in Beijing mussten sich viele Vorwürfe im Vorfeld gefallen lassen: wird die Luftqualität während der Spiele besser sein? Oder doch Smog-Alarm und verrauchte Sportlerlungen? Einige Sportler hatten sogar schon im Vorfeld ihre Teilnahme aufgrund der schlechten Luftverhältnisse abgesagt. Also wie schaut die Situation nun knapp eine Woche vor Beginn aus?

Die Organisatoren sind beunruhigt. Denn es lag bis vor kurzem dicke Luft über der Stadt. Nicht aufgrund von Smog – denn die Luftqualität hat sich tatsächlich gravierend verbessert. Das System des abwechselnden Fahrverbots für gerade & ungerade Nummernschilder am Auto konnte die Verkehrssituation entschärfen; trotz speziell eingerichteter Olympia-Spur, die sich durch die gesamte Stadt zieht und den allgemeinen Verkehr von drei auf zwei Spuren einschränkt. Sicherlich hat die vorübergehende Stilllegung zahlreicher Fabriken im Umkreis von Beijing ihr Übriges beigetragen (ich erinnere mich noch an meinen ersten blauen Himmel in Beijing vor ca. 3 Jahren, damals gab es das Gerücht von vorübergehender Fabrikenschließung aufgrund des Staatsbesuchs von Tony Blair …)

Die kürzlich „dicke Luft“ und eingeschränkte Weitsicht ist dem drückendschwülen Klima zuzuschreiben, das Beijing von Zeit zu Zeit in eine siedende Glocke aus feuchtem Nebel hüllt. Angesichts dieser Ohnmacht zog die Stadtregierung kürzlich sogar in Betracht, 90 % des privaten Autoverkehrs zu verbieten. Für freie Sicht der internationalen Besucher.

Dabei wurden umfangreiche Bemühungen im Vorfeld unternommen. Der Expressway zwischen Airport und Stadtrand Beijings ist beidseitig mit Bäumen grün bepflanzt – eine über Jahre angelegte Um- und Bepflanzungsaktion, die den ankommenden Gast sogleich das Bild eines grünen Beijings vermitteln soll.

Im Radio wurde kürzlich von den Ergebnissen einer fünfjährigen Erforschung besonders klimaresistenter Pflanzen berichtet. Über 100 Arten eignen sich demnach besonders für die Bepflanzung des Olympic Greens rund um das Vogelnest, dem neuen Nationalstadion Chinas.

Auf dem Platz des himmlischen Friedens wurden ebenfalls riesige Bildkulissen aus Pflanzen aufgebaut. Grünflächen werden mit Schildchen wie „Grün ist die Quelle des Lebens“ vor dem Betreten geschützt und ein lokaler Hersteller von Grüntee-Erfrischungsgetränken hat daraus einen Slogan abgewandelt: „Grün belebt!“

All diese Bemühungen sind lobenswert, wenn man außen vorlässt, mit welchem Preis sie erkauft wurden. Ich bin selbst Zeuge geworden, wie zu später Abendstunde an einer belebten Stelle Straßenbepflanzungen großflächig mit Pestiziden von einem fahrenden Transporter aus besprüht wurden – worauf sich unmittelbar ein chemischer Geruch in der Luft ausgebreitet hat. Ein Freund hat mir berichtet, dass die Pflanzen auf dem Olympic Green mittlerweile auch schon zu großen Teilen absterben – trotz fünfjähriger Erforschung.

Was soll man also drumherum reden: Boden und Klima eignen sich nicht zur bunten Bepflanzungsoffensive – chemische Hilfsmittel und Unmengen an Wasser bei knappen Ressourcen sorgen letztendlich für mehr Schaden, als Nutzen gestiftet wird. Vor allem, wenn man sich bewusst wird, dass China aus mehr besteht als nur Beijing (welche Entbehrungen müssen dann erst andere Teile Chinas hinnehmen, um das Olympiaspektakel zu finanzieren?)

Dem gegenüber steht die Mentalität der Chinesen zum Umweltschutz – trotz breiter Kampagnenoffensive hat eine tiefergreifende Sensibilisierung noch nicht stattgefunden. Verpackungsreste werden immer noch willkürlich auf die Straße geschmissen. Durch Grünstreifen entlang von Gehwegen ziehen sich mitunter Stränge bunter Kunststoffabfälle. Solche Zustände vermitteln mir das Gefühl, dass viele Chinesen eine andere Wahrnehmung von Müllentsorgung und Umweltschutz haben – als wenn völlig uninteressant wäre, wie hoch sich die Müllberge vor der eigenen Haustür stapeln (solange sie draußen bleiben). Klar, das betrifft natürlich nicht alle und lässt sich nicht pauschalisieren. Und die oftmals mangelhaft organisierte Müllentsorgung verbunden mit der unzureichenden Anzahl öffentlicher Abfallkörbe tragen auch zu dieser Situation bei.

Bleibt nur noch festzuhalten, dass, nach zwei regnerischen Tagen, heute vormittag strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, klare Luft und hervorragende Weitsicht das Wetter bestimmten. Solch ideale Wettkampfbedingungen sollten die Organisatoren vorerst beruhigen können – die Umweltstrategie scheint wenige Tage vor Beginn der Spiele aufgegangen zu sein. Jetzt muss nur noch das Wetter dauerhaft mitspielen.

phil


(Foto 1: das International Broadcasting Center (IBC) auf dem Olympia-Gelende unter der Dunstglocke Beijings)

(Foto 2: "Pflege & liebe das Leben, schütze die Ökologie")

(Foto 3: "Wertschätze die Wasserquelle, vom Tropfen beginnend,
klares blaues Wasser und blauer Himmel beruhen auf Mitgefühl, Preisung und Schutz.
- Bitte schützen Sie die Wasserumwelt")

(Foto 4: Freie Sicht kurz nach einem Regenschauer)

Dienstag, 29. Juli 2008

Olympia 1 - Einstand im Land des nimmermüden Lächelns

Es hat eine Weile gedauert, eh mir die Veränderungen im Stadtleben bewusst geworden sind. Sicherlich, das gigantische neue Flughafenterminal, die ausgebauten Straßen, verschwundene Baustellen, ein insgesamt sauberes und geordneteres Stadtbild - solche Dinge stechen sofort ins Auge. Doch wer kriegt schon mit, dass es unmöglich ist, Universalverdünner im gesamten Stadtbereich einer 13 Mio. Einwohner Metropole zu kaufen, weil sich daraus Sprengstoff herstellen lässt? Scheint diese Assoziation nicht etwas weit hergeholt zu sein? (zumal dieser nur zur Entfernung von Farbresten verwendet werden sollte)

Gut, es lässt sich auch die Frage stellen: wen juckt das überhaupt? … Dieses Beispiel verdeutlicht allerdings das unsichtbare Ausmaß der Einschränkungen sehr gut. Es werden ganze Industriezweige lahmgelegt, der Verkauf chemischer Stoffe wird einfach verboten. Und diese Auswirkungen werden letztendlich Millionen von Chinesen treffen.

Sichtbar ist hingegen der veränderte Pulsschlag des Straßenlebens – wo vor einem Jahr noch zahlreiche Straßenimbisse die Menschen aus den Häusern auf die Straße lockten, ist heute nur noch blanker Asphalt geblieben. Das organisierte Chaos ersetzt durch gähnende Leere. Begründung: Man lässt die Straßenimbisse nicht zu, wegen Olympia. Warum? Zu chaotisch. Zu schmuddelig. Zu unwestlich. So zumindest die Argumentationsweise der Behörden.

Doch ganz verschwunden ist das abendliche Treiben von den Straßen noch nicht. Nur eine viertel Stunde zu Fuß abseits von den glitzernden und bunt beleuchteten Wolkenkratzern in einer Gegend, in die wahrscheinlich nur wenige Touristen vordringen werden und die Taxidichte weit unter dem Pekinger Durchschnittswert liegt, dort sind sie noch zu finden. Kleine, verschmutzte, laute, aber preiswerte Fressbuden, in denen das Leben pulsiert – als hätte sich all das ursprüngliche Treiben auf den Straßen in konzentrierter Form hierhin zurückgezogen. Im Dunstkreis schwül warmer Luft rauchen sie, trinken sie, lachen und schreien sie. Hier findet sie sich wieder, die Ursprünglichkeit – fernab von dem durch Restriktionen aufgedrücktem Bild einer „Wirklichkeit“, für die viele Chinesen noch nicht bereit sind.

phil


(Foto 1: Xidan Shoppingviertel: Besucher des neuen Einkaufzentrums)

(Foto 2: Wangjing Viertel nah dem Airport: niemand da am hellichten Tage)